• Thomas Weber

EIN 🏳️‍🌈QUEERES JUGENDZENTRUM

Aus meinem eigenen Lebensumfeld weiß ich, dass LGBTIQ* Jugendliche in der Schule, am Ausbildungsplatz, in der Familie oder der Öffentlichkeit oftmals Beschimpfungen, Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren.


Viele Jugendliche und junge Erwachsenen erleben ihr Coming out als komplizierte, bewegte und sehr bewegende Zeit. Zeit meines Lebens hatte ich immer wieder andere Menschen in dieser schwierigen Phase ihres Lebens als Vertrauensperson begleiten dürfen. Ich habe dabei oft erlebt, dass das innere Coming out Jahre dauert und als eine extrem belastende Lebensphase erlebt wird.


Angst vor Ablehnung durch Familie und Freunde, sowie die Angst vor Problemen im Bildungs- und Arbeitsbereich führt oftmals zum sich zurückziehen aus dem eigenen sozialen Umfeld. Hier beginnt ein Teufelskreis, der dazu führt, dass LGBTIQ* Jugendliche eine 4-6-fach höhere Suizidalität haben als andere Jugendliche.


Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen braucht es hier Profis im Umgang mit lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender, intergeschlechtlichen und queeren Jugendlichen, und einen ergänzendes Angebot in Form eines queeren Jugendzentrums. Dabei geht es darum Schutzräume zu schaffen, in denen LGBTIQ* Jugendliche sie selbst sein können.


WARUM ES IN WIEN EIN QUEERES JUGENDZENTRUM BRAUCHT

LGBTIQ* Jugendliche haben spezifische Beratungsbedürfnisse, die in allgemeinen Jugendzentren nicht abgedeckt werden können. Best Practice Beispiele in vielen anderen Städten zeigen, dass die optimale Lösung ein eigenes queeres Jugendzentrum mit spezialisierten Fachkräften und einem spezifischen Angebot. Solche spezifischen Jugendzentren gibt es bereits in anderen Metropolen, beispielsweise in Berlin, München, Brüssel, Paris, Köln.


Ein solches Jugendzentrum wird aber nur mit der Expertise der LGBTIQ*-Community selbst erfolgreich sein können. Es bietet sich an dieses queere Jugendzentrum gemeinsam mit der HOSI Wien, als größte Trägerin queerer Jugendarbeit, umzusetzen. Dabei geht es keinesfalls darum bestehende Strukturen zu diskreditieren, oder zu ersetzen, sondern zu ergänzen.


MEIN ANTRAG IM WIENER GEMEINDERAT

Im Rahmen meiner Pressekonferenz zum Pride-Monat habe ich die Forderung der HOSI Wien nach Schaffung eines solchen queeren Jugendzentrums aufgegriffen, und werde diese Initiative als Antrag in den Wiener Gemeinderat tragen.


Ich hoffe, dass dieser Antrag im Wiener Gemeinderat eine Mehrheit findet.


Die Pressekonferenz zum Pride-Monat, welche ich gemeinsam mit unserem Nationalratsabgeordneten Yannick Shetty hielt, gibt es hier zum nachsehen: